Verein

Die Gründung des Vereins Dampf-Kleinbahn Mühlenstroth (DKBM) erfolgte im Sommer 1972, als eine Gruppe von Eisenbahnfreunden aus dem Ruhrgebiet eine 750-mm-Dampflok von einem Schrotthändler kaufte und in ihrer Freizeit betriebsfähig aufgearbeitet hatte. Hiermit wollte sie auf einer österreichischen Schmalspurbahn Hobbyfahrten durchführen. Dieser Traum zerschlug sich aber, heute können wir nachträglich sagen zum Glück. Auf der Suche nach einer geeigneten Einsatzmöglichkeit fand sich bei einem Eisenbahnfreund in Gütersloh ein Grundstück, auf dem eine Bahnstrecke aufgebaut werden konnte, allerdings wegen der engen Radien nur in 600 mm Spurweite. Die Lok musste also umgespurt werden. Während der nächsten Monate wurde eine Strecke als Kreis um das Grundstück mit gebrauchten Schienen und unter Verwendung alter, halbierter Schwellen gebaut.

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Gleichzeitig entstanden drei zweiachsige Personenwagen in Anlehnung an Vorbilder aus vergangenen Kleinbahnzeiten. Am 10. Juni 1973 fuhr der erste planmäßige Personenzug auf dem Gelände in Gütersloh. Das erste Betriebsjahr 1973 - schon damals gab es Betrieb an jedem Wochenende - brachte ein Ergebnis von fast 17 000 Beförderungsfällen und zeigte, dass das Projekt DKBM richtig aufgezogen war, diese Museumsbahn in Richtung einer historischen Kleinbahn weiter zu betreiben.1974 wurde die zweite Lok aus einem "Rostkübel" aufgearbeitet und in Betrieb genommen.

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Im gleichen Jahr kamen noch zwei weitere Loks aus der DDR zur DKBM. Diese waren weitestgehend einsatzfähig, so dass die DKBM Ende 1974 bereits vier Loks unter Dampf präsentieren konnte. Dieser schnelle Anfangserfolg warf aber auch Probleme auf. Es zeigte sich, dass die DKBM das Gleis verbessern musste, mehr Personenwagen benötigte und dringend Unterstellmöglichkeiten für die Fahrzeuge schaffen musste. Die Kästen der ersten drei Wagen wurden in Spantenbauweise erneuert und 1975 der erste Vierachser in eigener Werkstatt erbaut. Diese vier Wagen stellten bis 1980 das Rückgrat für den Personenverkehr dar.1975 wurde das Bahnbetriebswerk ausgebaut und durch ein Gleisdreieck mit dem Aussenkreis verbunden, eine Fahrzeughalle wurde errichtet und sicherte damit wenigstens den Lokomotiven ein Dach über dem Kessel. Durch Käufe in der DDR erwarb die DKBM 1977 und 1978 zahlreiche Wagen und eine weitere Lok von der Waldeisenbahn Muskau, darunter einige aus dem ehemaligen Netz der Mecklenburg-Pommerschen Schmalspurbahn (MPSB).

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Der letzte Kauf von Wagenkästen erfolgte 1988, die 5 ehemaligen MPSB-Wagen wurden leider ohne Drehgestelle geliefert, was aber kein Problem darstellte. Als die DKBM mit einem Kreis den Verkehr aufnahm, war die Entwicklung für die nächsten Jahre zwar nicht abzusehen, insgesamt bestand aber immer der Gedanke und die Hoffnung, die Strecke in irgend einer Weise und in irgend eine Richtung zu erweitern und zu verlängern. Es musste das Angebot für die Fahrgäste verbessert werden, der stark angewachsene Lok- und Wagenpark sollte sinnvoll eingesetzt werden, es mussten die Mitarbeiter motiviert werden und die Fahrgeldeinnahmen sollten die Aufarbeitung und Unterhaltung der Fahrzeuge stützen.

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1984 war die Strecke weitestgehend überholt und drei Bahnhöfe ausgebaut. Ende 1984 probehalber, ab 1985 planmäßig wurde der bisherige Kreisverkehr in einen Richtungsverkehr vom Kleinbahnhof über Rödelheim zum Postdamm und zurück umgestellt. Diese Neuerung war ein voller Erfolg, da nun der Betrieb ständig mit zwei Zügen durchgeführt werden konnte. Ständig zwei Dampfloks im Einsatz, jeweiliges Umsetzen an den Endpunkten und eine Zugkreuzung unterwegs - das war es, was das Publikum begeisterte. Die Zahl der Beförderungsfälle stieg kontinuierlich auf fast 25000 im Jahr 1999. Im Frühjahr 2000 erfüllte sich ein lang gehegter Wunsch: eine neue Wagenhalle bietet jetzt einen wettersicheren "Unterschlupf" für die Wagen, die teilweise unter dem Wettereinfluss sehr gelitten haben. In den letzten Jahren standen umfangreiche Gleisbauarbeiten an, so wurde die komplette Fahrstrecke zwischen Mühlenstroth Kleinbahnhof und Postdamm mit Holzschwellen und gebrauchten Kleinbahnschienen erneuert.

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Wenn auch die DKBM als gemeinnütziger Verein in erster Linie von Eisenbahnfreunden betrieben wird, so ist doch ein sicherer Betrieb gewährleistet. Der vom Vorstand eingesetzte Betriebsleiter wacht mit Argusaugen über sein Personal. Gewerbeaufsichtsamt und Berufsgenossenschaft kontrollieren Anlagen und Einrichtungen auf Betriebssicherheit. Der TÜV überprüft jedes Jahr alle betriebstauglichen Loks auf ihre Sicherheit, und es geht keine hauptuntersuchte Lok wieder in Betrieb, die nicht mehrfach vom TÜV untersucht und für tauglich erklärt wurde. Jedes Mitglied bei der DKBM hat bei entsprechender Eignung und Bereitschaft die Möglichkeit, eine Kleinbahner-Karriere zu durchlaufen, angefangen beim Werkstattarbeiter über Schaffner und Heizer bis zum Lokführer oder Fahrdienstleiter. Der Weg ist manchmal lang und schwer, aber viele Mitglieder sind seit den ersten Tagen dabei, sie sind stolz auf die bisherige Leistung der DKBM und gern bereit, vor allem jungen Eisenbahnfreunden ihre Erfahrungen und Kenntnisse weiter zu vermitteln, damit die gute alte Dampflok nicht ausstirbt.

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Die DKBM hat im Frühjahr 2016 rund 60 Mitglieder, von denen etwa ein Drittel am aktiven Fahrdienst mitarbeitet und in der Werkstatt für die Einsatzbereitschaft von Loks und Wagen sorgt. Verlegt sind ca. 1500 Meter Gleis mit insgesamt 25 Weichen im Bahnbetriebswerk und den drei Bahnhöfen. Werkstatt, Wagenhalle, Wasserturm und Wasserkran, Kohlebansen und Schlackeplatz sorgen für die richtige Kleinbahn-Atmosphäre. Für die Unterbringung auswärtiger Mitglieder an den Betriebstagen stehen Sozialräume zur Verfügung. Von den zehn Dampfloks des Vereins sind sechs betriebsfähig, eine weitere befindet sich in der Hauptuntersuchung. Drei Dieselloks verschiedener Größen stehen für Sonderzüge und für den Verschub im Bw bereit.
 
Wenn Sie Lust bekommen haben, bei uns mit zu machen, sprechen Sie uns einfach an. Fragen kostet bei uns nichts.